Trotz Regenchaos: Funtastix begeistern bei der offiziellen Eröffnung des 63. Hessentages

Laudatio des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein und des Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Heiko Wingenfeld

Fulda. Auf diesen Moment hatten wir uns monatelang vorbereitet: Als Opening Act die offizielle Eröffnung des 63. Hessentages in unserer Barockstadt Fulda mit gestalten zu dürfen, war für uns eine ganz besondere Ehre. Die Vorfreude war riesig – doch je näher der große Tag rückte, desto häufiger wanderten unsere Blicke auf die Wetter-Apps. Die Prognosen verhießen nichts Gutes: Regen, Regen und noch mehr Regen.

Für unsere Show bedeutete das eine echte Herausforderung. Unsere Choreografien leben von Akrobatik, Dynamik und präzisen Bewegungen. Auf einer nassen Bühne wäre das Risiko für Stürze und Verletzungen viel zu groß gewesen. Schnell war klar: Sicherheit geht vor.

Unser Auftritt war für 13:07 Uhr angesetzt. Doch bereits am Morgen hatte es immer wieder geregnet. Auf der Bühne im Freien standen Wasserlachen. Zwar nutzten die Verantwortlichen jede Regenpause, um die Fläche mit Abziehern trockenzulegen, doch der Regen setzte immer wieder ein und flutete die Bühne.

Während das offizielle Programm bereits lief, warteten wir angespannt auf unsere Chance. Unser Aufbauteam brachte unsere Requisiten sogar zweimal auf die Bühne – und musste sie jedes Mal unverrichteter Dinge wieder zurücktragen. Ein erster Anlauf scheiterte, ein zweiter ebenfalls. Die Zeit verstrich, Programmpunkt um Programmpunkt wurde absolviert. Schließlich schien es, als würde die Eröffnung zu Ende gehen, ohne dass wir überhaupt auftreten könnten.

Banges Hoffen, dass der Regen endet

Für uns war das ein schwerer Moment. Hinter diesem Auftritt steckte weit mehr als nur die Vorbereitung der vergangenen Wochen. Wir hatten Schulbefreiungen organisiert, um teilnehmen zu können und logistische Herausforderungen gemeistert. Nachdem kurzfristig eine Tänzerin ausgefallen war, wurde am Morgen sogar ein zusätzliches Sondertraining angesetzt. Die Winfriedschule stellte uns dafür dankenswerterweise spontan ihre Aula zur Verfügung. Dazu kamen die Aufregung, die Vorfreude und der feste Wille, dem Publikum zu zeigen, was wir können.

Doch dann nahm der Tag eine überraschende Wendung.

Während die Bürgermeisterband noch zwei weitere Songs spielte, wurde die Bühne ein letztes Mal für uns vorbereitet. Drei Mitarbeiter der Stadt zogen erneut die Fläche trocken. Gleichzeitig stürmten unsere Eltern auf die Bühne und halfen mit allem, was ihnen in die Hände fiel, beim Trockenwischen. Die letzten verbliebenen feuchten Stellen beseitigten wir kurzerhand selbst – mit zusammengeklaubten Papierhandtüchern.

Eltern legen die Bühne trocken
Wir kümmern uns um die letzten Nassstellen

Dann war es endlich soweit. Die Bühne war trocken. Der Regen hatte ein Einsehen. Wir wurden angekündigt – und plötzlich waren alle Enttäuschung, alle Nervosität und alle Zweifel vergessen. Jetzt zählte nur noch die Show.

Zu unserer großen Überraschung blieb auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein trotz seines eng getakteten Terminkalenders vor Ort, um unseren Auftritt anzusehen. Für uns war das eine besondere Anerkennung.

Ministerpräsident Boris Rhein @ Funtatsix
Ministerpräsident Boris Rhein bedankte sich bei jeder Akrobatin einzeln mit Handschlag für den Auftritt. Eine tolle Geste der Wertschätzung, die wir nun im Herzen tragen.

Der tosende Applaus des Publikums war schließlich die schönste Belohnung für diesen außergewöhnlichen Vormittag. Doch damit nicht genug: Nach unserem Auftritt kamen Ministerpräsident Boris Rhein und Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld noch einmal auf die Bühne und brachten ihre Begeisterung für die Darbietung zum Ausdruck.

Was als nervenaufreibendes Wechselbad der Gefühle begonnen hatte, endete für uns mit einem unvergesslichen Erfolgserlebnis. Die vielen Stunden Vorbereitung, die zusätzlichen Trainings, das Hoffen, Bangen und Warten – all das wurde in diesem Moment belohnt.

Der Regen hatte uns lange auf die Probe gestellt. Am Ende aber gehörte die Bühne doch noch uns.

PS: Boris Rheins Frage nach unserer Trainingsintensität wurde im Video etwas unscharf beantwortet. Tatsächlich trainieren wir das ganze Jahr über im Schnitt 10 Stunden pro Woche. Für wichtige Auftritte wie diesen sowie für Meisterschaften trainieren wir zwischen 20 und 26 Stunden pro Woche.