
Von links oben nach rechts unten: André Slangen, Christof Zeller, Marc Schramm, Alexander Wuttke, Michael Schütz, Mario Stephan, Philipp Reuß, Patrick Wehner.
Unsere Show „Die Reise der Schlangen“ bringt seit deren Anbeginn die Herausforderung mit sich, unseren zugehörigen Schlangenturm in sehr kurzer Zeit aufzubauen.
Bei seinem Debut imJahr 2023 hatte der Turm noch eine Ebene weniger, wuchs daraufhin jedoch immens mit seinen Aufgaben. Seit unserem ersten Bundesfinale in Berlin besteht der Schlangenturm aus einer Vielzahl an Kisten, LED-Technik, Kabeln, Funksendern, Bleiakkus und 4 Etagen, die in einem regelrechten Tetris-Konzept in Windeseile zusammengebaut werden müssen.
Bei den Wettkämpfen auf Landes- und Bundesebene hatten wir hierfür regelmäßig zwei Minuten Zeit, was mit einer ausgeklügelten Choreographie und der stattlichen Anzahl von 18 Aufbauhelfern bislang immer geglückt war.
Die Statuten der European Gym for Life Challenge stellten uns im Jahr 2026 diesbezüglich vor eine gewaltige Aufgabe. Denn anstelle der bisher eintrainierten zwei Minuten gab man uns auf internationaler Bühne nurmehr eine Minute Zeit für den Aufbau.
Zudem durfte bei der EGLFC nur hinter die Bühne, um beim Aufbau zu helfen, wer eine Participation-Card für EUR 230 gelöst hatte. Hierfür 18 Leute zu akkreditieren, gab unser Budget nicht her.
In der Folge war nun deutsche Ingenieurskunst gefragt, um die Vielzahl an Kisten mit einem Gesamtgewicht von ca. 500 kg binnen einer Minute an Ort und Stelle zu bringen.
Schnell wurde klar, dass der etablierte Spontanzusammenbau vor Ort nicht funktionieren würde und man den Turm nur als Ganzes binnen einer Minute auf die Fläche bringen können würde.
Ein Untergestellt wurde berechnet, konstruiert und gebaut, auf dem der Schlangenturm als Ganzes mit seinen 500 KG ruhen sollte. Maximal 8 Aufbauhelfer gab unser Budget her. Und so fanden sich die auf dem Foto abgebildeten 8 stattlichen Männer – allesamt stolze Väter der Funtastix – zusammen, um das Ungetüm zu bändigen.
Professionelle Möbelpacker-Techniken wurden studiert und für unsere Zwecke evaluiert. Ein Standard-Klavier wiegt etwa 250 kg – in unserem Fall galt es daher, die Masse zweier Klaviere zu stemmen.
Vier Rollbretter, mit denen der Turm als Ganzes bis vor die Matten geschoben werden konnten, klangen vielversprechend. Die Kür bestand jedoch in den letzen Metern, die der Turm über die Turnmatten zur Mitte getragen werden musste. Höhenverstellbare personalisierbare Tragegurte waren die Lösung.
Vor Ort hielt man die Luft an. Der Durchgang vom Requisitenlager zur Fläche bot nur wenige cm Platz auf beiden Seiten. Das Untergestellt bog sich gefährlich, hielt jedoch stand.
Am Ende wurde das Unmögliche überwunden. Es gab Cudos vom lokalen Security- und Backstage-Team in Italien für die grandiose Leistung, die eine Minute für den Aufbau zu halten. Auch die Techniker befreundeter Gruppen (Reverse) zeigten sich regelrecht beeindruckt.
Nichts erscheint unmöglich mit Leuten, die für die Sache brennen…

