„Funtastix“ tanzen zu EM-Gold – trotz verkorkster Generalprobe

13.07.2026, 19:48 Uhr
Von: Steffen Kollmann

Großer Jubel über Gold: Die „Funtastix“ des SV Welkers haben sich auf den europäischen Thron gehievt.
Foto: Funtastix

Die Tanz-Akrobatikgruppe „Funtastix“ des SV Welkers hat am Wochenende einen historisch guten Auftritt hingelegt. Bei der European Gym for Life Challenge holte das Team aus Osthessen die Goldmedaille.

Eichenzell/Pistoia – „Es war eine fantastische Reise mit Eindrücken, die wir niemals vergessen werden“, blickt Michaela Wehner, eine der Trainerinnen, noch zwei Tage nach dem Gold-Triumph der „Funtastix“ im italienischen Pistoia freudestrahlend zurück. 41 Tänzerinnen im Alter von 12 bis 26 Jahren brachen, unterstützt von ihren Trainerinnen und zahlreichen Eltern, am Mittwoch zu der rund 14-stündigen Busreise in die Toskana auf.

Dass die Rückreise aufgrund verschiedener Staus deutlich länger dauerte, konnte verschmerzt werden: Mit einer Goldmedaille im Rücken wollten die allermeisten Beteiligten nämlich nicht, dass diese fabelhafte Reise überhaupt endete.

Schlaflose Nacht – am nächsten Tag tanzen die „Funtastix“ zu Gold

Kurz vor dem Auftritt war alles andere als absehbar, dass es mit dem Erfolg klappt. Die Generalprobe der „Funtastix“ lief nämlich suboptimal. Großer Stress durch lange Wege und extrem enge Zeittaktungen mündete in einem verkorksten Auftritt, der für eine schlaflose Nacht sorgte. Quasi die komplette Nacht arbeitete das Team an einem Plan, wie es einen Tag später besser laufen könne.

Mit Erfolg: Nachdem zunächst viel Zeit in Aufbau, Schminken und Haarefärben investiert worden war, überzeugte das Team mit seiner Choreografie „Die Reise der Schlangen“ auf ganzer Ebene – und das trotz der extremen Hitze. „Die Mädels haben einen grandiosen Auftritt hingelegt, mit ganz viel Ausdruck, Emotion und Präzision. Das hat uns als Trainerinnen überglücklich gemacht“, schwärmt Wehner von der Performance in der riesengroßen, bis auf den letzten Platz gefüllten Halle in Pistoia. „Es gab immer wieder La-Ola-Wellen. Auch, wie sich die Teams und Nationen gegenseitig unterstützt haben, war ein tolles Gefühl.“

Und umso größer waren die Emotionen, als feststand, dass die Europameister (Anmerkung: Bei der EGFLC wird kein dedizierter Europameister gekürt; der Begriff steht hier synonym für die Goldmedaille) in diesem Jahr aus Osthessen kommen. Bis dahin war es ein langer Weg des Hoffens und Bangens: Unter rund 60 Gruppen traten die „Funtastix“ als fünftletzte an, und genau in dieser Reihenfolge wurden die Ergebnisse verkündet. Als dann die Goldmedaille verkündet wurde, flossen Freudentränen. Die Anstrengungen von neun intensiven Tagen mit 55 Stunden Training und zahlreichen Einzelkorrekturen hatten sich mehr als ausgezahlt.

Dementsprechend kannte der Jubel keine Grenzen. Sowohl auf der offiziellen Party nach der Siegerehrung, die sich aufgrund der Beteiligung einiger DJs wie ein Festival anfühlte, als auch im Anschluss beim Empfang der Eltern im Hotel und anschließend in der Stadt ließen es die „Funtastix“ krachen und feierten bis in die frühen Morgenstunden.

Während es für diejenigen, die nicht im Anschluss direkt in den Sommerurlaub in Italien starteten, direkt am Sonntag nach Hause ging, wurde nach dem größten Erfolg der bisherigen Vereinsgeschichte bereits auf die kommenden Ziele vorausgeblickt. Schon zuvor hatte sich die Welkerser Gruppe im Hessenentscheid für das Bundesfinale im Dezember qualifiziert. Sich dort für die nächsten internationalen Wettkämpfe zu qualifizieren? Das strebt der neue Europameister (Anmerkung: Der Begriff Europameister wurde hier synonym verwendet für die Goldmedaille), der schon dreimal den Bundessieg einfuhr, als Nächstes an.

Quelle: Fuldaer Zeitung